Der Siedepunkt einer Flüssigkeit trägt zwar zur schnelleren Ausbreitung bei, je niedriger er ist. Aber selbst bei einem Siedepunkt von 31 °C wird Isopropylamin bei 10-15 °C schon einen nennenswerten Dampfdruck besitzen. Doch entscheidend für die Explosionsgefährlichkeit ist der Flammpunkt, und der liegt, wenn ich das richtig in Erinnerung habe, bei hochentzündlichen Flüssigkeiten unter 0 °C.
Zu einer Explosion müssen dennoch drei Faktoren gleichzeitig zusammentreffen:
1. Flammpunkt unterschritten (ist erfüllt)
2. Ein explosionsfähiges Dampf-Luft-Gemisch muss entstehen (bei dem niedrigen Siedepunkt dürfte dazu bei Windstille in Bodennähe ausreichend Isopropylamin verdampfen, allerdings ist die untere Explosionsgrenze mit 6 % relativ hoch)
3. Eine Zündquelle muss vorhanden sein.
Dritter Punkt ist der, den die Feuerwehr als ersten ausschließen muss. Dann kann das Dampf-Luft-Gemisch sich auch nicht entzünden.
Die Wassergefährdung ist allerdings tatsächlich in dem Fall zweitrangig, auch wenn sie nicht zu vernachlässigen ist. Und gegen die reizende Wirkung kann sich das Rettungspersonal schützen, eine größere Ausbreitung ist bei den Temperaturen nicht zu erwarten.