Ausgeliefert mit Handumläufen und Trittrosten an den Führerständen wurden sämtliche Einheitselloks (die Vorserien-E 10 mit Ausnahme der E 10 002 muss man da eigentlich ausklammern, bei denen war mehr die Griffstangenlänge von der E 18 übernommen worden) exkl. E 10 1265-1270 zzgl. der Nicht-Einheitselloks E 344 01, E 320 01, 11, 21, E 410 001-003, 011, 012, E 310 001-004 und 151 001. Auch die Unfallneubauten der 70er Jahre (bis 1975!) hatten diese Einrichtung (z. B. 110 360, 150 006).
Während die Handumläufe immer gleich lang waren (bis vor die Führerstandstüren), gibt es bei den Trittrosten einen signifikanten Schnitt ab den ersten Loks mit Doppellampen (ab E 10 216, E 40 (1)163, E 41 121, E 50 042). War der Trittrost bisher knapp oberhalb der 'Trennnaht' Rahmen/Kasten angebracht und reichte wie die Handumläufe bis vor die Führerstandstüren, waren die neuen Trittroste direkt auf dieser Naht aufgebracht, bis zum Ende der Lokkastenrundung verkürzt und durch die Doppellampen unterbrochen. Doch auch hier keine Regel ohne Ausnahme: bei den 150 änderte sich die Trittrostlänge nicht, vermutlich um die nur bei dieser Baureihe vorhandene 'Falz' an der Trennkante zu kaschieren. Ab den Loks mit Verschleißpufferbohle (nur die zur AK-Vorbereitung bei 140 706, 757 ff., 150 156 ff. sowie bei den Unfallneubauten bei 110, 140 und 150) ergab sich zusätzlich durch die Führerstandsbelüftung eine weitere Unterbrechung des Lichtgitters im Trittrost.
Zu der Länge der Handumläufe habe ich noch die Vermutung, dass damit dem Lokführer ermöglicht werden sollte, sich direkt aus der Führerstandstür auf den Trittrost zu schwingen, zumindest dass man aber von einem Bahnsteig aus die Front erklimmen konnte. Möglicherweise war der Trittrost sogar wichtiger, um die Birne in der Stirnlampe zu wechseln, als die Frontscheiben zu putzen, denn dafür gab's ja Scheibenwischer.
Der Einsatz des UIC-Stirnwandaufstieges ab den 70er Jahren hat mit dem Ende der Handumläufe und Trittroste eigentlich nicht direkt etwas zu tun, denn etliche Einheitselloks behielten diese noch Jahre, obwohl sie mit einem Stirnwandaufstieg versehen wurden. Dabei gab es die ursprüngliche Freimanner Variante mit einem Tritt an der Pufferbohle und einem unscheinbaren waagerechten Griff am Trittrost ohne oberen Griff an der UIC-Steckdose, die das Gesamtbild der Lok kaum beeinträchtigte (insbesondere bei 140 232 und 360 war dies bis zum Ende so). Die Opladener und später natürlich auch Freimanner Variante waren Tritt an der Pufferbohle, Podest über dem Puffer und 2 Griffe, wobei an dieser Seite der Trittrost entfernt wurde. Bei ab Ende der 70er Jahre (teil)neulackierten und dadurch komplett entfeinerten Loks gab es nur letzte Variante. Bei vereinzelten ozeanblau-beigen Loks wurde der Trittrost beige lackiert. Bekannt ist mir das von 110 360 und 140 217.
Die heutigen Museumsloks mit Ausnahme der 110 228, 110 348 und 150 091 hatten zu 'Lebzeiten' entweder gar keine Handumläufe und Trittroste mehr oder nur noch an einem Führerstand (z. B. 110 121). So erhielt z. B. die 140 128 der Legende nach ihren Frontbesatz von der ausgemusterten und kurzzeitig im Bw Gremberg abgestellten 141 028. Ganz schlimm ist der Zustand bei 141 001: die besitzt die unterbrochenen Trittroste einer doppellampigen Lok!
Dies sind meine bescheidenen Erkenntnisse zu diesem Thema, das m. M. nach sogar eher einen Platz im HiFo verdient hätte, denn es gäbe sicherlich noch mehr Besonderheiten und Kuriositäten dazu zu erwähnen!