Danke für den Hinweis; da habe ich mich von der Angabe in HeJos Beitrag leiten lassen. Ich habe dann mal gleich den Titel geändert...
Bei genauerer Recherche wäre mir dieser selbstverfasste Artikel im DOMPFEILKURIER 10 (6/81) aufgefallen:
Die Tage der offenen Tür am 10. und 11. Oktober 81 im AW Neuaubing anläßlich des 75jährigen (sic!) Werksjubiläums waren für den wahren Eisenbahnfreund ein ziemlicher Reinfall, ist es doch weitläufig bekannt, daß im AW ein Großteil des Fahrzeugmuseumsbestands der DB (vor allem Ellok) aufgearbeitet aufbewahrt wird. Nun konnte man doch annehmen, daß diese Tfz ausgestellt würden. Pustekuchen! Der Mann in der Info meinte, es sei ja schließlich das Jubiläum eines Reisezugwagen-AW und darum müßte man dann, was man auch ausgiebig tat, Reisezugwagen ausstellen. Zwar mag er damit recht haben, doch wozu hat man dann die ganzen Fahrzeuge, von denen nur die 104 020, E 19 12, EP5 21534 und E 71 28 ausgestellt wurden, aufgearbeitet, wenn sie im Lager hermetisch von der Außenwelt abgeschirmt werden und allmählich verstauben. Dann frage ich mich auch noch, wozu man dann die 103 235 (zudem noch ohne Schürze) und den ET 85 07 + ES 85 15, den man meinetwegen jeden Sonntag in Dahlhausen sehen kann, extra herangeschleppt hat. Hoffentlich kann man jetzt davon ausgehen, daß diese Fahrzeuge wenigstens am 6. und 7. Dezember 1985 ausgestellt werden. Oder will man behaupten, daß sie nichts mit dem 150jährigen Jubiläum der ersten deutschen Eisenbahn zu tun haben?
Die Ausstellung wurde am 10.10. vom Präsidenten der BD München eröffnet. Wie bei allen Großveranstaltungen der DB war mal wieder das gewöhnliche Volk am stärksten vertreten (vielleicht im Verhältnis 100:1), sehr zum Leidwesen der Eisenbahnfreunde und Photographen. So waren dann auch eine Reihe von Vorführungen und Veranstaltungen aufgeboten, wie Festhallenblasmusik, Dampfeisenbahn und Karussell für die 'Pänz', Tombola, Modelleisenbahnen, Filmvorführungen, Demos von Arbeitsvorgängen im AW und Mitfahrten auf einer Handhebeldraisine und im Führerstand eines Wendezugsteuerwagens. Hierzu wurden einer Kemptener 218 auf jeder Seite ein BDnf vorgeschnallt. Zwei historische Pendelzüge, jeweils mit Zug- und Schublok, pendelten zwischen AW und Hbf. Dem einen waren 169 002 und 003 vorgespannt und der andere bestand aus 104 018 +... + 118 010, also aus dem Rheingoldzug von 1928 des FKE Köln. Die Abfahrten der Züge im AW waren 9.23, 10.20, 11.23, 12.40, 13.31, 14.20, 15.20, 16.12 und 16.59 Uhr. 104 018 fühlte sich in München so wohl, daß sie gleich dort blieb und auf dem Schrottplatz im AW Freimann ein neue Bleibe fand. So erübrigen sich wenigstens die Hetzjagden nach den Sonderzugseinsätzen der 104 018. (ist natürlich Quatsch; die Lok ereilte ein Fahrmotorschaden im Oktober 1981 in Wesel)
... (Fahrzeugliste, Standortskizze)
Der WGh des Eisenbahnkuriers war einmal der WRmh131 88-80 002 ('Buckelspeisewagen'). Er hat gottseidank noch seine alte Lackierung weinrot-beige und Aufschrift 'Rheingold-Salonwagen' behalten. Nicht so der von Thomas Gottschalk verunstaltete 'SHOW-TRAIN', der der 88-80 004 war. Derweil stand der 88-80 003 ziemlich demoliert und unbeachtet an der mit '4' markierten Stelle. Wenn man etwas weiter außerhalb der Gemarkung umherzog, konnte man verschiedene Unfall-Wagen antreffen, darunter der Byg514 29-11 624, bei dem alle Scheiben eingeschlagen waren. Dahinter stand ein vierachsiger, in der Form an den ET 183 05 der LAG erinnernder grüner Personenwagen, der nur die Beschriftung 'C' und '10' trug, am 8.10. von Tegernsee ins AW gebracht wurde und vermutlich tatsächlich ein ehemaliger Sw oder Bw eines LAG-ET's ist. Des Weiteren war versteckt der Packwagen mit Dachkanzel Pwie (zweiachsig) 117 614 Mü des Eisenbahnclubs München abgestellt.
Was man doch damals im jugendlichen Alter so alles verzapft hat...
Zum Glück betrug die Auflage erst 20 Stück.