Beitrag 04-3526

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Datum/Uhrzeit: 10.05.2023 21:19
Titel: Re: Ursprungsforschung

Jemand schrieb:

Das Fehlen der V60 323 ist ganz einfach zu erklären: Die wurde schon 1965 umgebaut und umgezeichnet, hat also in einer Aufstellung von 1967 gar nichts verloren.

Ja, da habe ich nicht weiter gedacht. D. h. V 60 016 als offenbar erste umgezeichnete Lok dieses Dreierpacks belegte die nächstfreie Nummer am Deutz-Lieferlos V 60 301-322. Es ist also doch 'nur' nach einer überkreuzten Nummernvergabe in den Betriebsbüchern der V 60 014 und 015 zu suchen. Da das oben gezeigte Betriebsbuch dahingehend eindeutig zu sein scheint (V 60 015 => V 60 325) kann die Fehlinterpretation in der Reihenfolge natürlich auch im Laufe der Jahre jemandem unterlaufen sein und dann in dem (ich nenn' ihn mal so) 74er-Röhr 'fixiert' worden sein (016-015-014 => 323-324-325).

An anderer Stelle - wie du schon erwähnst - ist dies offensichtlich nicht passiert (019-020-021 => 347-345-346). Diese Einzeldaten wegen des Umbaus in Regelausführung bzw. nachfolgender Umzeichnung zu verifizieren, übersteigen meine Möglichkeiten. Umbau und Umzeichnung muss man auch noch getrennt voneinander datieren. Was man aber tatsächlich als 'offizielles' Umzeichnungsdatum ansehen könnte, wäre der im Schreiben der BD Essen vom 14.06.67 'angeordnete' 01.07.67 für V 60 014 und 015, das Mathias dankenswerterweise hier noch angehängt hat. Oder kann es da noch eine anderslautende Verfügung der ZTL bzw. HVB geben?

Bei rangierdiesel.de z. B. ist für beide Loks 'März 1966' als Umbau- und Umzeichnungsmonat eingetragen und für V 60 016 als Umbau nur '1966'. Nach dem Betriebsbuchauszug der V 60 015 oben fand der Umbau als U3 von Juni bis September 1966 im AW Kassel statt, auch wenn eine 'M0' aus dem März 1966 im AW Bremen zu dem Umbaumonat bei rangierdiesel.de passen würde. Wenn aber V 60 016 als erste Lok dieses Dreierpacks umgezeichnet wurde, dann muss das ja vor ihrem bei rangierdiesel.de kolportierten Umbau vorgenommen worden sein, sonst bliebe nur der Januar und Februar 1966 übrig. Allerdings schreibst du, dass V 60 016 schon 1965 umgebaut und umgezeichnet wurde, was allerdings 'nur' aus dem 74er-Röhr stammt und bei rangierdiesel.de ist tatsächlich 'Juni 1966' für die Umzeichnung in V 60 323 angegeben! Nehmen wir Letzteres, wäre trotzdem V 60 016 als erste umgezeichnet worden, weil V 60 014 und 015 erst am 01.07.67 mit Aktenzeichen '23 M 30 Flm/V 60 (318)' umgezeichnet wurden. Passt aber auch nicht in der Reihenfolge, da rangierdiesel.de für V 60 014 und 015 den Umbau und die Umzeichnung gleichsetzt auf den März 1966! Woher rangierdiesel.de diese Daten hat, weiß ich natürlich nicht.

Jemand schrieb:

Bei allen Überlegungen zum System der Umzeichnung muß vor allem auch die zeitliche Reihenfolge beachtet werden. Es wurde ja wohl nie ein Gesamtkonzept aufgestellt, sondern erst bei Anfall einer Umzeichnung über die neue Nummer entschieden. In der Rückschau sieht das alles zusammenhängend aus, war es aber im Laufe der Zeit gar nicht! Von daher sind gewisse, scheinbar 'unlogische' Nummernvergaben doch nachzuvollziehen, und es hat sie ja gerade bei den V60 auch in weiteren Fällen gegeben.

Und da wären wir bei der kompletten Lieferliste der V 60 angekommen. Die habe ich mal nach Herstellern ausgewertet, kann aber keine weiteren Belege liefern.

Die V 60 011-036 und 042-049 waren ja wohl allesamt 'Erprobungsloks' für Motoren und Getriebe: Link.

Falls alle dieser 34 Loks können von den Fabriknummern her größeren Lieferlosen ihrer Hersteller zugeordnet werden. Die meisten der davon später in die Serienausführung zurückgebauten 14 (15 inkl. 260 031) Loks konnten in Lücken gesetzt werden, die m. M. n. bewusst 'freigehalten' wurden. Dafür spricht, dass die Serienlieferung verschiedener Hersteller zeitgleich mit ihren jeweiligen 'Erprobungsloks' erfolgte.

MaK:

600019-600020 => V 60 017-018 => V 60 179-180 (also an V 60 178 angehangen)
600021-600056 => V 60 101-136
600057 => V 60 1001
600058-600099 => V 60 137-178
600100-600117 => V 60 1002-1019
600118 => V 60 400
600159-600209 => V 60 401-451
600210-600329 => V 60 621-740
600352-600389 => V 60 905-942
600390-600396 => V 60 030-036
600397-600401 => V 60 900-904
600416-600465 => V 60 1101-1150
600466-600477 => V 60 1230-1241

260 031 wurde bekanntlich 1973 in 260 943 umgebaut/umgezeichnet und an 260 942 angehängt. Hätte man die Gruppe V 60 030-036 vor 1968 komplett umgebaut, wären daraus wahrscheinlich V 60 943-949 geworden, es hat aber letztlich nur V 60 031 verspätet 'geschafft'. Sie hätten aber auch V 60 393-399 werden können?

Aus irgendeiner Erinnerung heraus habe ich V 60 1001-1019 als vorgesehen für V 60 181-199 und V 60 400 als vorgesehen für V 60 200 abgespeichert und diese Loks hätten im Zusammenhang mit V 60 017-018 die sinnvoll freigehaltene Lücke 179-200 besetzen können (V 60 201 ff. = Henschel)?!

V 60 1001-1019 konnten 1968 nur deshalb in 260 001-019 umgezeichnet werden, weil keine der 'Erprobungsloks' V 60 011-019 mehr unter der ursprünglichen Nummern vorhanden war und V 60 001-004 in die Baureihe 261 umgezeichnet wurden.

Henschel:

29281-29330 => V 60 201-250
30030-31129 => V 60 741-840

Henschel hatte bis auf das eine Baumuster V 60 004 offensichtlich keine 'Erprobungsloks'.

Krupp:

3530-3576 => V 60 251-297
3577-3579 => V 60 011-013 => V 60 298-300 (also in eine freigehaltene Lücke gesetzt; V 60 301 ff. = Deutz)
3924-4040 => V 60 501-617
4041 => V 60 027
4042 => V 60 028 => V 60 618
4043 => V 60 029
4471-4520 => V 60 1151-1200
4613-4641 => V 60 1201-1229

Hier erkennt man, dass bei einem Komplett-Umbau von V 60 027-029 die Lücke V 60 618-620 komplett geschlossen hätte werden können, weil V 60 621 ff. = MaK. Auch so eine unbestätigte Erinnerung von mir: V 60 028 => V 60 350 => V 60 618?!

Deutz:

56701-56703 => V 60 014-016 => V 60 323-325 (also in eine freigehaltene Lücke gesetzt; V 60 326 ff. = Esslingen)
56704-56725 => V 60 301-322
56726-56727 => V 60 025-026 => V 60 391-392 ('unpassend' zwischen V 60 390 {Jung} und V 60 400 {MaK} platziert...)

Esslingen:

5167-5185 => V 60 326-344
5186 => V 60 020 => V 60 345
5187 => V 60 019 => V 60 347
5188 => V 60 021 => V 60 346
5260-5265 => V 60 891-896
5266-5269 => V 60 046-049
5270-5273 => V 60 042-045

Hier ist also der zweite Dreierblock mit (unzweifelhafter?) Umzeichnung in unterschiedlicher Reihenfolge. Auch interessant, dass man V 60 042-049 über Kreuz aus Vierergruppen zusammensetzte. Offenbar war für diese 8 Loks ursprünglich die Lücke V 60 897-904 vorgesehen, wurde aber mit den MaK-Loks V 60 900-904 'überschrieben', für die mglw. ursprünglich die Nummern V 60 037-041 angedacht waren (s. o.)?!

Jung:

12481-12505 => V 60 351-375
13031-13045 => V 60 376-390

Jung hatte offensichtlich keine 'Erprobungsloks'. Allerdings bin ich geneigt, die 'freien' Ordnungsnummern 348-350 den nicht umgebauten und einzigen Gmeinder-Loks V 60 022-024 zu verpassen. Andererseits kann ich auch die Lücke 393-399 (bzw. 391-400; s. MaK und Deutz) nicht sinnvoll füllen ;-).

Krauss-Maffei:

18603-18652 => V 60 841-890

Krauss-Maffei hatte bis auf das eine Baumuster V 60 002 offensichtlich keine 'Erprobungsloks'.

Ich hoffe, kein Lieferlos übersehen zu haben.