Beitrag 04-3718

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Datum/Uhrzeit: 22.01.2024 11:36
Titel: Re: Ersatz der 243 142 durch 243 973

Jemand schrieb:

Ich weiß nicht woher diese Informationen stammen, dass die 243 973 mit Teilen der 243 142 wieder aufgebaut worden sei, dem war nicht so. Die 243 973 ist definitiv ein kompletter Neubau aus der Serienfertigung von LEW Hennigsdorf, Lok 14a - 1990 siehe u.a. Lieferliste LEW.

Ich habe mal den zweiten Teil im Zitat weggelassen, weil ich da vollumfänglich zustimmen würde, dass die Neubauloks nicht als 'Rahmen' (wie soll das überhaupt aussehen?) oder Lokkasten gefertigt und erst im Raw Dessau komplettiert worden sein sollen. Schließlich lief ja zum Zeitpunkt der Neubauten 243 969-973 noch die Serienfertigung bei LEW.

Das erkennt man auch über die Fabriknummern:
243 645-659 = LEW 20953-20967
243 969-973 = LEW 20968-20972

Bei 243 660-662 handelt es sich um spätere Neubauten als bei 969-973, weswegen diese offensichtlich nicht mehr in die 'auslaufende' Nummernsystematik der Bauserien mit Vielfachsteuerung (243 801-968) eingereiht wurden. Interessant ist die 'Entnahme' dieser drei Neubauten aus der in Fertigung begriffenen und vom Lokkasten identischen Baureihe 112.0:
112 006-036 = LEW 21299-21329
243 660-662 = LEW 21330-21332
112 037-040 = LEW 21333-21336

Und auch die Prototypen der Baureihe 112.0 wurden 'entnommen', auch wenn die Vergabe der Fabriknummern nicht immer etwas mit der Produktionsreihenfolge zu tun hat:
243 813-968 = LEW 20263-20418
243 601-641 = LEW 20419-20459
212 002-005 = LEW 20460-20463
243 642-645 = LEW 20464-20466

Insgesamt bestand ja nicht das Problem darin, dass für Unfallloks keine weiteren 'Neubaukästen' von LEW/ADtranz/AEG hätten bereitgestellt werden können (praktisch noch bis 1994. Insgesamt waren es ja knapp 900 Loks! Vielmehr wurde wohl im Hinblick auf die Bedarfsentwicklung nach der Wende und die Fokussierung auf 160 km/h für die Baureihe 112.0 eine Entscheidung nach dem Bau von 243 660-662 gegenüber weiteren Ersatzlieferungen gefällt, so dass die Unfallloks 243 096, 060 und 322 (Januar/Februar 1990) berücksichtigt werden konnten, 243 004 und 912 (22.03.90) aber nicht mehr. Inwieweit da auch Wechsel in den Entscheidungsebenen bei LEW/DR oder versicherungstechnische Aspekte eine Rolle gespielt haben könnten, weiß ich nicht.

Woher die Informationen über die Nachbauloks stammen? Nun, da gibt es etliche wie z. B.Sekundärquellen, aus denen auch mein 'Wissen' stammt (Baureihenbücher zur BR 243 habe ich nicht). Und da steht eben überall, dass die Nachbauten Ersatz für die Unfallloks gewesen sind, meistens sogar mit dem Kommentar 'nur Kasten, Rest von Unfalllok 243 xxx' oder 'Wiederaufbau unter Verwendung eines neuen Rahmens mit neuer Fabriknummer, Abnahme als 243 xxx'. Da sich die Fabriknummer in D auf den Rahmen bezieht, liest sich 'Lok 14a - 1990' (woher stammt diese Info?) erstmal neutral nur als Fabriknummer eines Rahmens. Offenbar gibt es aber keine Beweise, dass diese acht Nachbauten als vollständige Lok von Hennigsdorf nach Dessau überführt wurden.

Im Gegenteil: da behaupten 'Insider' dass Anfang der 1990er Jahre noch 'sieben bis zehn' Neubaukästen im Raw Dessau 'herumlagen': Link.

Weiters will jemand beobachtet haben, wie um 2002/3 ein 'nagelneuer Rahmen für BR 143' im Werk Dessau zerlegt wurde: Link.

Beide Beobachter können nicht mehr befragt werden (der eine tot, der andere seit anderthalb Jahren 'offline') und bildliche Belege habe ich noch nicht gesehen. Wer soll dann den fraglichen Sachverhalt noch aufklären können? Ohne Vorwurf: Du?

An dieser Stelle noch der Hinweis, dass ich im Ausgangsbeitrag ein weiteres Bild der 143 035 ergänzt habe. Die nachträglich vorweggenommene Unisex-Genderung des 'Lokführertages' bitte ich nicht so ernst zu nehmen, das war vorauseilender Ungehorsam (= Sarkasmus) ;-). Ich möchte ja nicht, dass Mitglieder*innen dieses Forums sich deswegen zurückziehen...

Vielen Dank auch für all die später hinzugekommenen Ergänzungsbilder!