Jemand schrieb:
Am 7.4.1980 stand das Wrack der 144 501 (Baumusterlok aus dem Jahr 1931) kurz vor der Verschrottung.
Naja, zum Glück hat sich das genannte Ereignis erst über 2 Jahre später ereignet, sonst hätte ich die Lok nicht mehr fotografieren können: Link (20. Bild)
Jemand schrieb:
Irgendwann im Jahr 1980 waren zwei Werkloks aus dem Bestand der Hammer Eisenbahnfreunde im Bw Hamm anzutreffen (im Dezember 1979 standen sie noch im Bahnhof Hamm RLE): Rechts die Werklok 1 des Messing- und Leichtmetallwerks Unna (Deutz 7673/1927, PMD 230R) und links eine Lok, die bei IKEA in Kamen eingesetzt worden sein soll, ein Unikum, zu dem ich gerne mehr wüsste.
Diesen Beitrag habe ich seinerzeit zwar angeschaut, aber die beiden Werkloks nicht wahrgenommen. Erst jetzt bei einer Überarbeitung meiner Fotodatei stieß ich auf eigene Fotos beider Loks und die Nachforschungen bei dem Werkbahnexperten Frank Glaubitz brachten Licht ins Dunkel und holten diesen Beitrag hervor.
Mein eigenes Foto der 'IKEA-Lok' befindet sich leider auf einem zweimal durch die Kamera gezogenen Negativfilm, weshalb es nicht vorzeigbar ist. Frank stand aber neben mir und mit seiner Erlaubnis kann ich dieses Foto vom 22.08.81 zeigen. Es entstand im Bw der RLG/RLE in Hamm. Die Lok stammt aus dem ehemaligen IKEA-Zentrallager in Werne-Wahrbrink.:

Ergänzend zu bzw. abweichend von den Angaben von 'ehemaliger Nutzer' (als 'Archivator' bekannt) möchte ich diese Angaben von Frank aus einer alten Drehscheibe beisteuern:
Thor Bjerke aus Lillehammer/Norwegen konnte nun das Rätsel lösen. Bei der Lok handelt es sich um eine von der Fa. Hoka in Norwegen hergestellte Lok. Das Kürzel HOKA steht für Honefoss Karosserifabrikk in Honefoss (westlich von Oslo bei Ringerike in der Nähe des Tyrifjords). Diese Firma bestand ab 1936, wurde 1967 vom Konkurrenten Strommens Vaerksted übernommen und 1968 geschlossen. Man beschäftigte sich in vielfältiger Weise im Eisenbahnfahrzeugbau. Insbesondere Güter- und Kesselwagen gehörten zum Programm von HOKA, was sich auch 1948 in einer Namensänderung widerspiegelte, man nannte sich nun HOKA Karosseri- og Jernbanevognefabrikk A.S. (HOKA Karosserie- und Eisenbahnwagenfabrik). Neben den Waggons baute man auch zahlreiche Busse und Buskarossen, darunter sogar Sattelschlepperbusse, ähnlich wie wir sie als (Borgward)Schienenversion von der Sylter Inselbahn kennen. Ebenso lieferte man in den 50er Jahren Straßenbahnwagen nach Oslo und anderen Städten. Hauptkunden von HOKA-Waggons waren vor allem die Norwegische Staatsbahn NSB und das Norsk Jernverk (Norwegische Eisenwerke). In winzigen Stückzahlen verließen sogar Fahrzeuge für Standseilbahnen (Bergen), Seilbahnkabinen und Tanklaster die HOKA-Werkshallen.
Und weil man damit wohl noch nicht genug hatte, versuchte man sich ab 1956 sogar im Lokbau. Als erstes verließ 1956 eine 600-mm Akkulok die Werkshallen. Insgesamt wurden 13 Stück bis 1962 gebaut. Von 1960 bis 1964 wurden dann sogar noch 8 normalspurige Rangierdieselloks gebaut. Sechs kamen in zwei Serien 1961 als Skd 42.01 - 02 später Skd 221.146 -147 und 1964 als Skd 221.148 - 151 an die NSB. Das Erstlingsstück ging 1960 als Lok 10 'Einar' zum Norsk Jernverk in Mo i Rana (1994 noch im Einsatz) und die letztgebaute Lok blieb 1964 als eigene Werklok in Honefoss bei HOKA.
Die Loks wurden als Typ DHL-230 bezeichnet, waren zweiachsig und hatten einen Deutz-Motor vom Typ A12L714 sowie ein L33yUb-Getriebe von Voith. Die eigene Werklok war abweichend vom Typ DHL 200, ansonsten aber baugleich. Bei der in Essen bei Herholz 1991 vorhandenen Lok handelt es sich um eine dieser Loks. Da die Norsk Jernverk-Lok noch im Einsatz steht kommt nur eine ex-NSB-Lok oder die ex-HOKA-Werklok in Frage. Leider sind bei der Fa. Herholz keine Unterlagen mehr vorhanden. Lt. Firmenauskunft wurde die Lok zwischen 3/1991 und 6/93 verschrottet (am 8.6.93 war sie nicht mehr vorhanden) und der Motor, angeblich ein Rolls-Royce-Motor, verkauft. Und so endete dann eine seltene norwegische Diesellok in einem deutschen Hochofen.
Quelle (und ausführlicher Bericht über HOKA): Knut Ragnar Holme, Pa Sporet Nr. 80, Dezember 1994, Organ des Norsk Jernbanklubben.
Die Vermutung des Archivators und von Brian Rampp, dass es sich bei dem 'Viech' um eine Whiting gehandelt haben soll, werden angezweifelt.
Anmerkung: der im Bericht genannte Typ DHL 230 ist dieser hier Link.
Die 'IKEA-Lok' ist es also nicht und bleibt erstmal unbekannt.
Zu der danebenstehenden Deutz habe ich mein eigenes ziemlich unscharfes Bild aus dem Bw Hamm gefunden. Eine Zuordnung zu irgendeiner Deutz-Type oder gar Fabriknummer habe ich durch Franks Nachforschungen erst jetzt treffen können:

Was ich nicht mehr auf dem Schirm hatte und deswegen nicht in Verbindung mit meinem '85er-Foto bringen konnte, war dieses bereits der Fabriknummer 7673 zugeordnete Foto, als die Lok im 'Maximilian-Park' in Hamm ausgestellt war:

Diese Lok sollte noch existieren: Link.
Das dritte Foto dort vom 01.07.07 aus Franks Kamera kann ich auch zeigen. Ich hätte es auch selbst machen können, waren Frank und ich doch gemeinsam dort. Ich habe mich aber seinerzeit nur noch auf Staatsbahnloks konzentriert:
