Jemand schrieb:
... was ich mich bis heute frage, warum betätigte der Fahrgast nicht gleich die Notbremse, als ein Eisenteil sich in das Abteil bohrte? Er hätte wohl die Katastrophe noch verhindern können.
Zur Selbsteinschätzung: Link.
Zitat:
10.57 Uhr. Rund sechs Kilometer vor Eschede bricht am ersten Waggon der Radreifen 1591. Ein Ermüdungsbruch, nach fast zwei Millionen Kilometern Laufstrecke. Der stählerne Reifen löst sich von der Radscheibe, verkeilt sich im Drehgestell und durchstößt mit einem Knall den Wagenboden.
Der 31-jährige Jörg Dittmann aus Regensburg sieht vor sich den aufgebrochenen Fußboden und vermutet 'eine Explosion'. Mit Frau und Kind flüchtet er sofort aus dem Abteil.
Auch andere Reisende haben den Einschlag mitbekommen: Sie spüren, wie der Wagen 1 'hochhüpft' und der Zug schlingert, sie bekommen 'Todesangst'. Eine Achse ist gebrochen, glaubt ein Mann und schaut zur Notbremse. 'Oh Gott, das geht nicht gut!', denkt die Apothekerin in Wagen 4. Man sieht einander entsetzt an, doch niemand steht auf und zieht die Bremse.
200 Stundenkilometer mit gebrochenem Rad
Im dritten Wagen findet Jörg Dittmann den Schaffner. Auch der hat einen 'sehr starken Schlag' bemerkt, sich aber 'noch nicht so ganz große Sorgen gemacht'. Auch ihn beruhigt, dass der Zug in gewohntem Tempo weiterfährt. 'Es ist etwas Schreckliches passiert!', ruft Jörg Dittmann dem 50-jährigen Zugbegleiter zu. 'Was denn?', fragt dieser. - 'Ich zeig's Ihnen.' Herr Dittmann und der Schaffner laufen zurück in den ersten Waggon.