Jemand schrieb:
Der 420 061 könnte passen.
Den 420 061 hatten wir eigentlich hier schon anderweitig zugeordnet: Link.
Demnach müsste er zu einem ähnlichen Zeitpunkt mit 421 151 und 420 651 unterwegs gewesen sein. Die komplette Garnitur wurde auf 61 ohne Kontrollziffern umgezeichnet, wie dein und dieses Foto beweisen: Link.
Ganz ausgeschlossen ist es natürlich nicht, dass der 420 061 während der Reparatur des am 12.07.75 in Mühlthal verunfallten 420 561 'wanderte' und auch mit 420 183 und 421 183 zusammengekuppelt war. Das wäre auch die einzige Erklärung für das passende HU-Datum!
Im bereits zitierten 'Vorsignal' Nr. 33 mit einem Bericht von Gerald Bendrien (liest der hier mit?) wiederhole ich folgende mir jetzt erst aufgefallene Textpassage, bei der ich allerdings einen Tippfehler (083 statt 183) für unwahrscheinlich halte, denn es würde auch nicht zum '420 683' passen:
Zitat:
Für einige Monate wurden dann 420 061 mit 421 151 und 420 651 verkuppelt, so daß es im Münchner Raum auch einen 420 mit einer blauen und zwei orangen Einheiten gab. Fast zur gleichen Zeit verunglückten 420 083 und 549, so daß man Ende 1978 einen 420 049 + 421 049 + 420 583 bewundern konnte, während die schadhaften Triebköpfe im AW MF aufgearbeitet wurden. Bei 420 583 wurde die Nummer überklebt (wie auch bei 421 151 und 420 651) und die der übrigen Wagen dazu passend angebracht.
Sollte es sich tatsächlich um einen Tippfehler (583 statt 683) gehandelt haben, dann wäre die aufgeklebte Nummer bei dem gesuchten 420 ein Irrtum des Bw Steinhausen gewesen. Allerdings bieten 420 049 und 421 049 auch keinen Hinweis darauf. Diese Garnitur wäre durchgehend blau gewesen, ebenso eine Kuppelei zwischen 420 061 als '420 683' und 421 183/420 183. Geht technisch überhaupt 420.0+421+420.0?
Daraufhin habe ich mich an ein paar Lok-Reporte aus den 70er Jahren erinnert und tatsächlich etwas gefunden. Ich zitiere hier ohne weitere Beurteilung:
LR 5|77
Am 09.06. um 0.53 wurde die Einheit 420 106 + 421 106 + 420 606 der Linie S 1 im Bahnhof Höhenkirchen abgestellt. Obwohl der Lokführer das Anziehen der Feststellbremse vergessen hatte, blieb der Zug zwei Stunden lang ruhig stehen. Dann setzte er sich, vermutlich durch eine Erschütterung, in Bewegung und rollte mit ungefähr 25 km/h das sanfte Gefälle Richtung München hinab. Nach 40-minütiger Fahrt wurde der Geisterzug vom Fahrdienstleiter in München-Ost entdeckt und auf ein Stumpfgleis geleitet. Nennenswerter Schaden am Fahrzeug und an den Bahnanlagen entstand nicht.... Der Geisterzug ist seit 24.06. zur Reparatur im AW Cannstatt.
LR 6|77
Nach Angaben eines Lesers ist der am 9.6.77 in München Ost auf einen Prellbock aufgefahrene Zug nicht der 420 106, sondern 420 183. Bei dem Unfall wurde nur der Führerstand des Steuerwagens 420 683 schwer beschädigt. Die Ausbesserung im AW Cannstatt hat bereits begonnen.
LR 7|77
Noch nicht zufriedenstellend geklärt ist die Nummer des Unfalltriebwagens von München Ost. Ein Leser teilte uns mit, daß aufgrund der Fahrtrichtung nur ein 420.1, kein 420.6 beschädigt sein könne. Demnach muß es sich um 420 183 (oder auch 106?) handeln.
Den LR 8|77 und folgende habe ich leider nicht.
Dieser Unfall wird auch bei Ritzau 'Katastrophen der deutschen Bahnen Teil II' erwähnt, allerdings fehlen bei ihm i. d. R. die Triebfahrzeugnummern:
9.6.1977, Giesing, Str München Ost-Kreuzstraße, ungesichert abgestellte S-Bahn-Leergarnitur nach Stunden im Bf Höhenkirchen ins Rollen gekommen und nach 18 km 'Geisterfahrt' in Giesing vom Fdl auf Stumpfgleis geleitet worden.