Ich denke, die Sicht nach vorne war bei Tenderloks mit seitlichen Wasserkästen eh schon behindert. Da könnten Windleitbleche eher kontraproduktiv sein, z. B. beim Rangieren und Kuppeln. Allerdings soll 64 430 versuchsweise Windleitbleche getragen haben: Link.
Bei Schlepptenderloks wurde ja meistens (und lieber) Rauchkammer voraus gefahren. Bei Tenderloks war das 50:50.
Die Baureihe 86 kann man eigentlich im gleichen Atemzug nennen, war halt eine 'längere' 64. Auch hier wurden keine Windleitbleche verbaut, bis auf Sonderanfertigungen des Bw Heringsdorf: Link oder Link.
Warum hier aber gerade Seitenwinde als Grund für die Windleitbleche angegeben werden?
Physikalisch gesehen müsste bei den Windleitblechen ein bisschen Bernoulli-Effekt zum Tragen kommen. Dadurch wird während der Fahrt in Höhe des Kessels ein beschleunigter Luftstrom erzeugt, der die Aerosole bzw. Rauche etwas am zu schnellen Absinken hindert. Da könnte ich mir vorstellen, dass der Effekt mit den 'Wagner'-Blechen größer war, als mit Witte-Blechen, nur war halt die Sicht nach vorne mit kleineren Blechen besser.